Bericht

Eine Reise zum nordamerikanischen Gautrachtenfest

Voller Vorfreude und großer Erwartung startete am 18. Juni eine 18-köpfige Trachtengruppe vom Münchner Airport zu einer USA-Reise mit Ziel New York, mit dabei Anton und Iris Auer, Markus Burmberger, Max und Andreas Sturm mit ihren Eltern Gerhard und Jutta Sturm.

Gleich zu Beginn wurden die Besucher bei einer atemberaubenden Nachtfahrt durch New York in ihren Bann gezogen. Fasziniert von der beleuchteten Skyline von Manhatten fuhren wir über die im hellen Licht stehende Brooklyn Bridge weiter in den Stadtteil New Jersey zum Kenilworth Park. Aufgekratzt und zugleich erschöpft wurden wir m gleichnamigen Hotel empfangen.
Der nächste tag war ausgefüllt mit einer Besichtigung der gigantischen Metropole Ney York City. Angefangen vom Medison-Square-Garden über die 5th Avenue, die wir ja alle von der Steuphen Parade kennen, setzte sich die Tour in Richtung Empire-State-Building mit einem unvergesslichen Ausblick über die Insel Manhattan fort. Kaum hatte die Reisegruppe die gewaltigen Eindrücke verarbeitet, ging es schon weiter zum Times Square, wo der Puls der Zeit schlägt und wo das internationale Showbusiness am Broadway zu Hause ist. Die zahlreichen Sehenswürdigkeiten wurden anschließend in einem der vielen Hard-Rock-Cafes verarbeitet. Zum Abendessen kehrten wir am Pier 17 ein, garniert mit einem Blick auf das geschäftige Treiben im Hafen von New York.
Wo der Amerikaner am liebsten seinen Urlaub verbringt, davon konnten sich Anton Auer und seine Trachtlerfreunde am 2. Tag der Reise überzeugen. Per Auto wurden einige Meilen Atlantikstrand erkundet. Entlang von vielen schmucken Freienhäusern und prachtvollen Hotelanlagen, dazwischen viele kleine Häfen.

Nach 400 Meilen Autobahn in Richtung Westen kamen wir zum eigentlichen Event nach Hershey im US-Bundesstaat Pennsylvania, einer kleinen Stadt, die hauptsächlich von einer Schokoladen-Manufaktur lebt. Sie gilt als die größte Nordamerikas und war auch der Hauptsponsor des trachtenfestes vom 21. bis 24. Juni. Natürlich konnte man es sich nicht verkneifen, noch schnell einen Abstecher nach Philadelphia, der sechstgrößten Stadt der Staaten, einzubauen, die durch die Unabhängigkeitserklärung am 4. Juli 1776 berühmt wurde. Die Freiheitsglocke, Liberty Bell, und die Unterzeichnungsurkunde erinnern noch daran.

Schön langsam wurde es Ernst für unsere Trachtler und Trachtlerinnen. Nach einem großartigen abendlichen Empfang mit tanz im riesigen Hershey Hotel, inmitten einer großen Golfparkanlage, wurde das 4-tägige Gautrachten-Meeting des Nordamerikanischen Gauverbandes eröffnet.
Anton Auer hatte nun mit seinen Bavarians viel Öffentlichkeitsarbeit zu verrichten. Ein Archiv, verschiedenen Workshops (Goaßler, Plattler, Volkstanz usw.), Preisplattln, ein Schafkopfturnier und ein ständig gut besuchtes Volksmusikstüberl sorgte für Vollbeschäftigung in all den Tagen des Trachtenevents. Frenetisch war der Beifall des zahlreichen Publikums für die volkstümlichen Darbietungen der Bavarians beim Festabend im Ballsaal vor 5000 Gästen, wozu die musikalische Begleitung und die heimatliche Tracht ein Übriges taten.
Überzeugend zeigten wir unseren Gastgebern, dass wir das bayerische Brauchtum noch pflegen und am Leben erhalten. Beim großen Galaabend mit Festdinner und Fahnenparade zum Abschluss des Treffens (die amerikanische, kanadische, österreichische und deutsche Hymne wurden gesungen) überreichten die bayerischen Gäste vom Verein Bavarien den amerikanischen Freunden nach einem gemeinsamen Schuhplattler eine handgemalte Schützenscheibe. Tief beeindruckt von der Gastfreundschaft und auch dem Können der amerikanischen Trachtler überlegte man schon laut das nächste Trachtenmeeting in 2 Jahren in Toledo (Ohio) wieder zu besuchen. Den Kopf noch nicht freu vom vorabendlichen Event besuchten wir am Folgetag nur eine Autostunde von Hershey entfernt inmitten einer ländlichen Gegen die „Amish People“. Eine in den Staaten lebende Minderheit, deren Lebensweise streng-gläubig ist und die moderne Technologien und jeglichen Fortschritt strikt ablehnen.
Für den noch geplanten Besuch in die Regierungshauptstadt Washington mussten Anton Auer und seine Trachtler noch weitere 500 Meilen, also einen ganzen Tag, zurücklegen. Das Thermometer kletterte inzwischen auf fast unerträgliche 45 Grad und alle waren dankbar über die anfangs so gescholtene Klimaanlage im Hotel.
Durch den Washingtoner Trachtenverein erhielten wir eine Palette an Informationen vom Capitol bis zum Weißen Haus und erfuhren, dass sich das Pentagon gegenüber dem Potomac River befindet, wo der Obelisk als hochaufragende Granitsäule den Mittelpunkt Washingtons darstellt.

Die Tagesfahrt zurück nach New York, vorbei an Baltimore, weiter über den Hafen von Philadelphia, wo 8 Kriegsschiffe der US-Marine vor Anker lagen, sowie zum Abschluss eine Shopping-Tour in einem der riesigen Einkaufszentren rundeten den erlebnisreichen Freundschaftsbesuch bei den amerikanischen Trachtlern ab.
Trotz strenger Kontrollen des Flugsicherheitspersonals auf dem JFK-Airport, der völlig überlastet erschien und unseren Abflug um 2 Stunden verzögerte, landete Anton Auer mit seinen Bavarien-Trachtlern gutgelaunt in München. Mit vielen neuen Erfahrungen und Eindrücken im Gepäck kehrte Anton Auer heim zu seinem Lechgau.

Anton Auer

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